(6) Warum sind die gesprochenen Laute Gehörloser oft schwer zu verstehen?
Das Problem für Gehörlose in Lautsprache zu kommunizieren besteht darin,
dass die eigene Stimme unmöglich kontrolliert werden kann. Die Lautstärke,
Stimmlage...erscheinen für Hörende oft befremdlich.
In unterschiedlichem Grade können Gehörlose allerdings das Sprechen lernen.
Gehörlose Kleinkinder benutzen in der sogenannten "Lallphase" ihre Stimme genauso wie
hörende Kinder. Da sie aber die Laute selber nicht hören und somit keine Reaktion auf
die eigene Aktion erfolgt, werden die gesprochene Laute später wieder eingestellt.
In den Gehörlosenschulen wird versucht, den Gehörlosen ein "Gefühl" für die
gesprochenen Laute zu vermitteln. Das ist meist ein langwieriger und sehr mühsamer Prozess.
Um eine Integration in die hörende Welt zu schaffen, wurden in der Vergangenheit oft auch
brutale Methoden angewandt (Manipulationen an Zunge...).
Man kann sich aber an die Aussprache Gehörloser gewöhnen also "Einhören".
Nach einer gewissen Zeit ist es oft möglich, den Gehörlosen zu verstehen. Allerdings
bedarf es dabei von beiden Seiten einer enormen Anstrengung und Konzentration. Besonders
mühsam für den sprechenden Gehörlosen, der mit Hilfe der Gebärdensprache sein
Anliegen viel schneller und klarer vermitteln könnte.
Dass es in einer Gehörlosenschule immer sehr ruhig zugeht, ist auch eine falsche
Einschätzung vieler Hörender. Dort ist es ähnlich laut, wie in jeder anderen
Schule auch. Der Unterricht findet (leider) fast ausschließlich in Lautsprache statt. In den
Pausen, wo die Hände "fliegen" dürfen, gibt es das gleich Lachen, Schnipsen,
Klatschen.... wie bei hörenden Kindern. Es klingt zwar etwas anders, an Lautstärke und
Intensität gleich den Geräuschen hörender Kindergruppen.
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