(9) Wie kommen Gehörlose ohne Weckerläuten auch pünktlich zur Schule/Arbeit?
Das ist eine Frage, die Hörenden meist spontan einfällt, wenn sie versuchen,
sich in einen Alltag ohne Hörsinn hineinzuversetzen. Genauso wie die Frage; wie die
gehörlosen Eltern das schreiende Baby in einem anderen Zimmer wahrnehmen, wie erfahre ich,
dass Besuch vor der Tür steht, ...?
Die Antwort hierauf ist im Vergleich zu anderen Fragen, einfach und auch für Gehörlose
problemlos zu klären und im Alltag zu bewältigen.
Alles, was an akustischen Reizen im Alltag auf eine bestimmte, wie oben beschriebene Situation
hinweist, kann durch relativ unkomplizierte Technik für Hörgeschädigte umgewandelt werden.
Es gibt einfache Lichtsignalanlagen, die Lichtblitze aussenden, sobald jemand die Klingel an der
Haustür betätigt. Das Gleiche gilt für den Wecker, den Baby-Ruf, das Faxgerät, ....
Es gibt Kombi-Geräte, die in jedem Zimmer in der Steckdose angeschlossen werden und je nach
Situation der Lichtblitz der entsprechenden Lampe aktiviert wird.
Im Ernst, das mit dem Lichtwecker habe ich auch mal getestet...
dank anderer "Störfaktoren" hab ich´s gerade noch so pünktlich zur Arbeit geschafft.
Aber wie schon in anderen Antworten erwähnt, die Wahrnehmung des Hörgeschädigten
unterscheidet sich gewaltig von der eines Hörenden. Den Lichtblitz nach einer langen Nacht
wahrzunehmen, bedarf schon einer ganz starken visuellen Wahrnehmung der Umwelt.
Man darf nicht vergessen, dass der Hörsinn der Hörenden ständig aktiv
ist, der Sehsinn nicht! Die Kompensation bei Hörgeschädigten verstärkt durchaus
sinnvoll den Sehsinn und die -sensibilität , um den akustischen Verlust durch visuelle
Informationen auszugleichen.
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