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BERUFGebärdensprachdolmetscherIn zu sein ist eine Herausforderung für Menschen, die Spaß an Sprache und Mimik haben und die die Kommunikation zwischen hörbehinderten und hörenden Menschen fördern möchten. DolmetscherInnen sind Fachleute für die Kommunikation zwischen Angehörigen unterschiedlicher Sprachgemeinschaften und Kulturen. Die Aufgabe von GebärdensprachdolmetscherInnen ist es, die Kommunikation zwischen hörenden und hörgeschädigten Personen zu ermöglichen. Sie sichern die Kommunikation zwischen hörenden und hörbehinderten Menschen in vielen Lebenssituationen und Lebensbereichen. Dabei ist die Gebärdensprache, wie die Berufsbezeichnung schon sagt, die zentrale Kommunikationsform. Im Gegensatz zu ÜbersetzerInnen, die in der Regel schriftlich arbeiten, sind DolmetscherInnen vor allem für die Übertragung gesprochener Texte in andere Sprachen zuständig. Sie übertragen das Gesagte und alle weiteren relevanten akustischen oder visuellen Informationen in die jeweils andere Sprache. Die Aufgaben von Gebärdensprachdolmetscher sind nicht zu verwechseln mit denen von Sozialarbeiter oder Heilpädagogen und anderen, die gegebenenfalls auch mit Gehörlosen arbeiten und die Gebärdensprache verwenden. GebärdensprachdolmetscherInnen sind ausschließlich als Dolmetscher tätig, vergleichbar mit Dolmetschern für lautsprachliche Fremdsprachen. Dabei wird man z.B. von einer Universitätsverwaltung engagiert, um Vorlesungen für hörbehinderte Studenten zu übersetzen, oder man ist im privaten Bereich bei Taufen, Hochzeiten, Elternabenden oder auch Arztbesuchen im Einsatz. Das Einsatzspektrum ist also sehr vielfältig und alle Einsätze haben ihre besonderen Bedingungen und Ansprüche. Man ist dabei als Dolmetscher für das Gelingen der Kommunikation verantwortlich ist und beteiligt sich in der Situation nicht als dritte Person am Gespräch. So wird gerade bei Aufträgen als Übersetzer vor Gericht, auf Ämtern, in der Berufsausbildung, im Gesundheitssektor, oder auf Kongressen und in den Medien die Neutralität gewahrt. Zum Teil beherrschen GebärdensprachdolmetscherInnen neben der Deutschen Gebärdensprache (DGS) auch andere Kommunikationsformen, z.B. das Lormen oder taktile Gebärden für taubblinde Menschen. Sie verfügen ebenfalls über Kenntnisse im Bereich der Gehörlosenkultur, die psychologische, soziologische und kulturelle Aspekte der Gebärdensprachgemeinschaft als sprachlicher Minderheit thematisiert. Bei der Arbeit kommt oft die simultane Dolmetschtechnik zur Anwendung, bei der alle Dolmetschteilprozesse gleichzeitig ablaufen. Der Dolmetscher hört und sieht und während er die Aussage verstehen muss, produziert er die Verdolmetschung. GebärdensprachdolmetscherInnen dolmetschen in den meisten Fällen simultan. Das heißt, dass sie mit einer relativ kleinen zeitlichen Verzögerung (lagtime) parallel zur SprecherIn einen zielsprachlichen Text produzieren. Im Gegensatz zum Konsekutivdolmetschen, das zwischen zwei Lautsprachen häufiger vorkommt, ist das Simultandolmetschen Zeit sparender, weil nicht abgewartet werden muss, bis der Sprecher fertig oder eine Sinneinheit abgeschlossen ist, um schließlich mit der Übersetzung anschließen zu können. GebärdensprachdolmetscherInnen arbeiten aufgrund der visuellen Gebärdensprache nicht versteckt in Kabinen, wie ihre LautsprachkollegInnen dies etwa auf Kongressen tun, sondern sind stets präsent im Blickfeld aller Beteiligten. Eine DolmetscherIn muss während ihrer Tätigkeit eine hohe Konzentration aufbringen. Erwiesenermaßen kann dieses hohe Maß an Leistung nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden und die Dolmetschqualität ließe zwangsläufig mit fortschreitender Zeit nach, wenn nur eine Person ohne Unterbrechung dolmetschen würde. Aus diesem Grund arbeiten DolmetscherInnen in der Regel im Team. Bei besonderen Veranstaltungen kann ein Team auch aus drei oder mehr DolmetscherInnen bestehen, wie es beispielsweise bei Kongressen vorkommt. Damit die DolmetscherInnen in der Vorplanung eines Auftrags entscheiden können, wie viele KollegInnen zum Einsatz kommen sollten, bedarf es im Voraus genauer Angaben über die Art, die Dauer und den Ablauf der jeweiligen Veranstaltung. Einsätze von Zweier-Teams sehen in der Regel wie folgt aus: Beide KollegInnen sitzen zusammen (nebeneinander oder sich gegenüber), im Wechsel dolmetscht jeweils eine von ihnen aktiv. Die scheinbar passive KollegIn bleibt aufmerksam, um die Dolmetschende bei Bedarf jederzeit zu unterstützen. Auf diese Weise kann eine höchstmögliche Dolmetschqualität über einen relativ großen Zeitraum gewährleistet werden. Daher können diese Zweier-Teams während ihres Einsatzes auch nicht getrennt werden. Bei der Gestaltung von Gruppenarbeit innerhalb eines Seminars beispielsweise ist deshalb - bei Teilnahme mehrerer hörgeschädigter Personen - darauf zu achten, dass man sich im Vorfeld unter Rücksprache mit einer der DolmetscherInnen um ausreichende Besetzung kümmert, da sich ein Team nicht splitten wird, um mehrere Gruppen bedienen zu können. Stand: 11.06.2008
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