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EINBLICKE GSD

Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten nicht hören!


Sie hören keine Stimmen, hören nicht die Geräusche des Alltags. Und vor allem hören Sie nicht die Äußerungen ihrer Mitmenschen, ihre Fragen, Bitten, Antworten, die Feinheiten in der Betonung und der Stimmführung.

Äußerlich fallen Menschen mit einer Hörschädigung nicht auf, man sieht ihnen ihre Beeinträchtigung nicht an. Daher finden Sie auch bei ihren Mitmenschen oft wenig Verständnis für ihre Probleme und Schwierigkeiten im Alltag. Oftmals ist der Klang ihrer Stimme ungewohnt und ihre Aussprache nur schwer verständlich, so dass viele ihrer Äußerungen falsch oder gar nicht verstanden werden. Denn von Geburt an taub mussten sie sich die Lautsprache ihrer Umwelt in mühsamen Lernprozessen aneignen und konnten ihr Sprechen nie durch das eigene Gehör kontrollieren. Dies macht die Kommunikation mit ihren hörenden Mitmenschen sehr schwierig.

Durch Hören informieren wir uns ständig über unsere Umwelt und richten unser Verhalten danach aus. Denken Sie an Zuruf, Hilferuf, Warnruf, Weinen eines Kindes, Geräusche in der Nacht während des Schlafens; was passiert im Moment neben/hinter mir, vor der Tür, draußen?
Doch wie ist es, wenn man nicht auf diese Signale und Geräusche reagieren kann, weil man sie nicht wahrnimmt?
Haben Sie schon einmal überlegt, wie Hörgeschädigte morgens pünktlich zur Schule/Arbeit kommen ohne jedoch das Weckerläuten zu hören?
Was passiert eigentlich, wenn jemand vor der Tür steht und klingelt?
Wie wird man wach, wenn das Baby in der Nacht schreit?

Stellen Sie sich vor:

  • Sie können nicht "mitreden" mit Guthörenden im größeren Gesprächskreis, weil Sie einerseits nicht wissen, was andere gesagt haben und andererseits ihnen die Hintergrundinformationen fehlen
  • Sie haben eingeschränkte Möglichkeiten für Ihre Freizeitgestaltung (nur sehr wenig Filme im Fernsehen und im Kino werden mit Untertitelung ausgestrahlt)
  • Sie haben beim täglichen Einkauf Probleme, wenn sie z.B. Fragen über Funktion, Beschaffenheit von Produkten an das Verkaufspersonal stellen
  • Sie sind abhängig von anderen Personen, z.B. bei wichtigen Gesprächen per Telefon, bei Arztbesuchen oder bei Untersuchungen/ Aufenthalten im Krankenhaus
  • Sie erhalten keine Informationen über Lautsprecheranlagen und können auch keine Sprechanlagen nutzen ( z.B. an der Haustür, auf Bahnhöfen ...)
  • Sie erregen ständig Aufmerksamkeit durch ihr, für andere Leute befremdend wirkendes Verhalten (Gebärden, auffällige Aussprache, auffällige Gesten und Mimiken )
  • Sie können Geräusche, Signale und Gefahren im Verkehr nur eingeschränkt wahrnehmen
  • Sie haben eingeschränkte Berufswahlmöglichkeiten und wie sieht das Berufsleben nach der Ausbildung aus(?)
  • Sie müssen zusätzliche Probleme bei der Erziehung ihrer eigener Kinder bewältigen. (Elternabende, Sprechtage in der Schule, ...)
  • Sie können Tageszeitungen, Schriftstücke, Briefe nur mit Mühe lesen (Arzeneibeipackzettel, Rechnungen, Schreiben von Ämtern und Behörden...)
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ABER:
Teilweise kann die durch Hörschädigung eingeschränkte Umweltkontrolle durch optische Eindrücke kompensiert werden. So fahren z.B. hochgradig hörgeschädigte/gehörlose Autofahrer/innen ebenso sicher wie Guthörende!!!
schlimme Realität:
  • aus der alltäglichen Kommunikation der Mitmenschen ausgeschlossen sein;
  • selber mißverstehen und mißverstanden werden;
  • durch mangelnde Information benachteiligt sein;
  • die Begegnung mit Menschen als nichtssagend erleben;
  • sich isoliert fühlen.

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Nicht hören können kann einsam machen!

Erleichtern Sie den Hörgeschädigten die Kommunikation durch folgende "Kleinigkeiten":
  • Sprechen Sie deutlich, langsam und wenn möglich ohne Dialekt.
  • Wenden Sie Ihr Gesicht dem hörgeschädigten Gesprächspartner zu.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht gut beleuchtet ist (die Lichtquelle nicht im Rücken).
  • Nennen Sie Ihr Gesprächsthema am Anfang.
  • Verwenden Sie kurze und konkrete Sätze in geordneter Form.
  • Setzen Sie Mimik und Gestik ein, um zu zeigen, was Sie meinen.
  • Nehmen Sie bitte auch die Zigarette oder den Kaugummi aus dem Mund
  • Schreiben Sie Mitteilungen in einfachen Worten auf , wenn Sie nicht verstanden werden.

Stand: 01.11.2007